Glücklich ohne Enkel?
Shownotes
Studie der Universität Siegen. Erste Ergebnisse werden unter diesem Link veröffentlicht: https://www.uni-siegen.de/lwf/departments/psychologie/professuren/forstmeier/enkellosigkeit/bisherige_erkenntnisse.html?lang=de
Großelterndienst Berlin: https://www.grosselterndienst.de
Artikel zum Thema Enkellos der novitas: https://info.novitas-bkk.de/magazine/familienbande/niemals-grosseltern/
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00:00:03: Die Junior-Rentner.
00:00:05: Zwei Babybummer entdecken das Seniorenleben.
00:00:09: Ehrlich gesagt, hatte ich das Thema enkellos gar nicht so auf der Uhr.
00:00:14: Sozial hat es vor allem die Bedeutung des ausgegrenztes Seins sich nicht dazugehörig zu fühlen und in meinem Leben fehlt
00:00:23: sozusagen diese Altersgruppe.
00:00:28: Wo?
00:00:29: Das ist ja nicht gut!
00:00:30: Hast noch andere
00:00:31: Wunderauflager?!
00:00:33: Ja, herzlich willkommen zu unserer neuen Folge.
00:00:35: ihr da draußen und du hier drin Bertram.
00:00:39: Hallo
00:00:40: Ich heiße Michael bin seit fast genau einem Jahr Junior Rentner nach vierzig Arbeitsjahren als Journalist und Fernsehmacher.
00:00:47: Und mir ging über sitzt mein Freund und ehemaliger Geschäftsführer Bertram
00:00:52: Moin!
00:00:52: Moin wie man in deiner Heimat seid.
00:00:55: Moin ja ich komme schliesslich heute schon bin da geboren lebe jetzt sehr glücklich in Berlin und Bin seit zwei Jahren Rentner Und hab mein ganzes Berufsleben was mit Medien gemacht, Radio-Fansebereich, Internetbereich gearbeitet.
00:01:09: Verheiratet drei Kinder und zwei Enkelkinder.
00:01:13: für diese Folge nicht ganz so unwichtig?
00:01:15: Ja heute habe ich den Hut auf für die Folge Was Recherche und Interviews angeht.
00:01:21: glücklich ohne Enkel aus naheliegendem Gründen, die auch gleich erläutern werde.
00:01:28: Wieso naheliegend?
00:01:30: Ja, weil ich unmittelbar von unserem heutigen Thema betroffen bin und du nicht.
00:01:34: Ich habe keine Enkel und du hast bisher
00:01:37: zwei.".
00:01:38: Und ehrlich gesagt hatte ich das Thema enkelos gar nicht so auf der Uhr, weil es nur eine Minderheit an Senioren betrifft.
00:01:46: Aber laut Statistik geht es tatsächlich einfünfzig Prozent der Deutschen zwischen sechsundvierzig und neunzig Jahren wie mir und meiner Frau.
00:01:55: Mehr als die Hälfte... Einundfünfzig Prozent.
00:01:59: ist die Zahl auch noch ansteigen?
00:02:00: Nein, die ist seit zwei tausend acht stabil.
00:02:03: Aber diese Frage, die du stehst oder diese Verwunderung kommt mir immer wieder unter wenn ich mit Leuten über das Thema rede weil ich das tatsächlich für völlig unterrepräsentiert finde in der Gesellschaft.
00:02:17: und warum das so ist da kommen wir später noch drauf.
00:02:20: Dem Jahr müsste ja quasi die Hälfte unseres Freundeskreises Enkel und die andere Hälften keine haben, aber blöderweise sind wir die einzigen.
00:02:29: Also haben wir entweder den falschen Freundes Kreis oder bei anderen Freundesgruppen liegt der enkellos Anteil noch deutlich höher.
00:02:36: Das bringt mich eben auf diverse Fragen, die ich heute gerne mit dir besprechen würde.
00:02:41: Was bedeutet es eigentlich keine Enkel zu haben?
00:02:43: Und warum wird darüber so wenig gesprochen?
00:02:46: Ist der Wunsch nach Enkeln berechtigt oder setzt man damit nur die eigenen Kinder unter Druck?
00:02:51: Welche Alternativen gibt es zur klassischen Großelternrolle, kann man sich Wunschenkel suchen zum Beispiel.
00:02:58: Und wenn ich alle Fragen in eine Giese kommt eben der Titel unserer Folge raus glücklich ohne Enkel.
00:03:04: geht das?
00:03:05: und wenn ja warum möchtest du dazu eine These aufstellen da drauf
00:03:09: Ja, natürlich geht das.
00:03:10: Man kann glücklich sein ohne Enkel denn Glück ist etwas für dass man selber sorgen muss und für das man auch arbeiten muss.
00:03:19: Und insofern kann man daran auch arbeiten und du wirst dir auch Wege aufzeigen.
00:03:23: Ich liebe positive Spoiler.
00:03:26: Allerdings Du hast gut reden mit deinen zwei Enkeln.
00:03:29: Seit wann darfst du dich Opern nennen?
00:03:31: Also die älteste Enkeltochter ist vier Jahre also seit vier Jahren und die Jüngere ist zwei
00:03:36: Jahre.
00:03:37: Dann liest du deutlich über den Schnitt.
00:03:40: Also das Alter bei der Geburt des ersten Enkelkindes steigt immer weiter an.
00:03:45: In dem Jahr ist es in den letzten Jahren, dass die Eltern im Schnitt zwei Jahre älter waren.
00:03:55: Bei den ersten Opas stieg das Alter sogar um zweieinhalb Jahre auf fast ...
00:04:03: Das habe ich ja nicht in der Hand.
00:04:04: Nein,
00:04:04: das stimmt aber es zeigt eben generell dass Alter der Großeltern steigt wenn sie ihr erstes Enkelkind kommen.
00:04:17: und die Zahl der Enkel ist eben auch leicht zurückgegangen auf aktuell drei pro Großelter ein paar also da ist bei dir noch Luft.
00:04:26: Ich kann dazu die Geschichte erzählen.
00:04:27: Ich habe einen Kreis von Freunden, wo wir Vater-Tax tun machen und da wird dann immer der Durchschnitt gesagt, der Kinderdurchschnitt.
00:04:34: Der ist in dem Kreisen zehn Leute bei über drei.
00:04:38: Da minder ich mal den Schnitt.
00:04:40: Und da nähern wir uns jetzt schon in unserem Alter dem Enkelsschnitt von drei an.
00:04:46: Irgendwann überholen die Enkel Anzahl durchschnittlich, die Kinderanzahl.
00:04:51: also das hängt schon sehr darauf davon ab in welchem Freundeskreis man sich bewegt.
00:04:56: Aber was hat es mit dir und deiner Frau gemacht, die Großelternzeit?
00:04:59: Was hat sich da geändert?
00:05:01: außer deinem Konto stand nach Weihnachten- und Geburtstag.
00:05:04: Das spielt keine große Rolle!
00:05:05: Wir schenken uns etwas und wir schencken gerne und gucken auch nicht aufs Geld, machen aber auch keine Supergeschenke, unseren beiden Enkelkindern geht das bei unserem Sohn und unserer Schwiegertochter sehr gut.
00:05:16: also das finanzielle Thema spielt ja keine große.
00:05:20: Also ich bin irgendwie total ambivalent bei dem Thema.
00:05:24: Einerseits wäre es natürlich unehrlich zu sagen, die Enkellosigkeit stört mich nicht.
00:05:29: Denn irgendwie erlebt man im Freundeskreis – du hast ja gerade gesagt praktisch – wir haben déjà vu aus jungen Jahren wo es darum ging wer bekommt zuerst Kinder, wer nicht?
00:05:39: Nur dass eben jetzt Enkelbilder ausgetauscht werden statt Bilder der eigenen Kinder.
00:05:43: Und da kann ich mich durchaus an Kaffeegrenzchen erinnern, wo meine Eltern oder Verwandte mehr- oder weniger dezent Druck aufgebaut haben.
00:05:53: Wir wollen heute natürlich nicht den gleichen Fehler machen.
00:05:55: Andererseits ist es auch so, dass man zwar unfreiwillig aber eben doch mehr Freiheiten hat ohne Enkel ganz ohne Babysitten und andere Verpflichtungen.
00:06:05: Aber wahrscheinlich klingt das jetzt für dich eher so als würde ich mir das schönreden?
00:06:09: Ja ein bisschen ja, denn das ist eine ganz tolle Lebenszeit in der Brigitte meine Frau und ich sind.
00:06:16: Dass wir die Enkelkinder besuchen dürfen und sogar auch angefordert werden von Berlin nach Kiel.
00:06:21: Es sind es mindestens dreihundertfünfzig Kilometer.
00:06:23: Wir waren gerade vergangene Woche wieder da und werden da sehr offen von Sohn- und Schwiegertochter aufgenommen.
00:06:29: Und vor allen Dingen dann von den Enkeltöchtern, das ist schon etwas ohne dich jetzt traurig zu reden.
00:06:35: Schon eine tolle Lebenssituation.
00:06:37: aber lasst uns zu diesem Podcast etwas sagen.
00:06:41: du hast ihn heute zusammengestellt Du hast ein Interview mit einer Wissenschaftlerin gemacht und hast auch ein positives Alltagsbeispiel mitgebracht.
00:06:49: Heute sogar drei Interviews mitgebracht, eins mit einer Wissenschaftlerin die über Enkelosigkeit forscht.
00:06:55: Eins mit der Leiterin einer Einrichtung, die Senioren wie mir hilft doch noch zu enkeln zu kommen und eines mit einer Senioren, die seit Jahren ein Wunschenkel hat.
00:07:07: Erst vor kurzem wurden die Ergebnisse der Studie Enkeloßigkeit Implikation und Perspektiven veröffentlicht, die zwei Jahre lang das Thema in Deutschland untersucht hat Und die Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen an der Uni Siegen, Pierre Arndt war die Projektleiterin.
00:07:25: nun.
00:07:26: Sie habe ich zuerst gefragt, warum es international kaum Studien zur Enkelosigkeit gibt?
00:07:32: Obwohl so viele Menschen davon betroffen sind – Pierre Arnth!
00:07:36: Zum einen denke ich das ist mit der Lebensereignisforschung, die sich vor allem um kritische Lebenserreignisse bisher... bemüht hat.
00:07:44: zusammenhängend.
00:07:44: Also erst seit jüngster Vergangenheit beschäftigt man sich mit Nicht-Ereignissen, also es bedeutet wenn normative Ereignisse nicht eintreten wird das als Nicht-Erreignis benannt und dass ist ein wissenschaftlich betrachtet sehr schwierig zu erfassen des Konstruktes.
00:08:00: Wie lange soll ein Nicht-ereignis dauern?
00:08:03: Das ist ja meistens auch ein Erkenntnisprozess von Personen selber und wird von der Außenwelt dann auch gar nicht als bemerkenswert wahrgenommen.
00:08:13: Also ich denke, dass vieles bei Nichtereignissen eher aus einem gesellschaftliches Tabuthema ist – ob es dann der unerfüllte Kinderwunsch ist oder der unauffüllte Partnerwunsche oder der uneraffüllte Berufswunsch sind alles so Tabuthemen, wo eine Scham mit assoziiert ist.
00:08:30: Also Enkellosigkeit als Nichtereigendes und Tabuthemer?
00:08:34: Rein statistisch... Müsstest du ja außer mir noch andere Freunde haben ohne Enkelkinder?
00:08:40: Wenn ja, wie gehst Du damit um?
00:08:43: Ja gibt es.
00:08:44: Ich habe hier das andere Beispiel genannt der Freundeskreis wo sehr viele Kinder sind.
00:08:49: aber ich hab auch einen freund der ein paar Jahre älter ist als ich.
00:08:53: Und er hat keine enkel kinder.
00:08:55: also da wird das thema dann weitgehend ausgespart.
00:08:59: Natürlich erzähle ich dann auch mal von unseren Enkelkindern und das hört er sich dann auch an, aber tatsächlich finde ich muss man dann schon ein bisschen Drücksicht auf den Gesprächspartner oder die Gesprächspartner nehmen.
00:09:12: Ja also das ist bei unserem Freundeskreis gar nicht so jetzt nicht negativ bewertet sondern auch wie wir das zurückspielen.
00:09:21: Also mich interessiert es natürlich auch Wie geht's den Enkeln?
00:09:24: Und in unserem Alter wer Enkel hat da nehmen die Enkel natürlich auch einen großen Teil der Zeit ein und logischerweise redest du dann darüber.
00:09:34: Also mich stört das nicht, darüber zu reden...
00:09:37: Aber es kann ja auch irgendwann nachführen muss man sagen?
00:09:39: Genau!
00:09:39: Das kann natürlich auch sein klar.
00:09:41: aber zurück zu dieser Enkelos-Studie von der ich gesprochen habe.
00:09:44: Ich wollte von Pierre Arns wissen was sie bei der Arbeit an der Studie besonders überraschend fand.
00:09:50: also mich hat zum Beispiel eine pragmatische Überlegung sehr überrascht dass eine Teilnehmerin meinte, sie würde sich Enkelkinder wünschen damit mal der Mann auch mehr aus dem Haus ist und sie mal zeigt was ich alleine hätte.
00:10:01: So etwas bleibt Steinhängen!
00:10:03: Es hat mich überrascht das es für viele doch sehr emotional war und auch während der Interviews dann Tränen kamen.
00:10:09: Es hat mir überrasacht, da gab auch ein Zeitungsartikel der dazu aufgerufen hat an der Studie teilzunehmen Bei manchen sogar zu Aggressionen geführt hat, dass dieses Thema thematisiert wird und wir da irgendwie in der Psychologie nur wieder ein neues Problemfeld aufmachen würden.
00:10:26: Und das ja kompletter Schwachsinn sei.
00:10:28: also da kam auch wirklich sehr harsche Reaktionen.
00:10:32: Da hat mich überrascht, dass es manchmal auch wenig Verständnis dafür gibt, dass das doch für den einen oder anderen sehr belastend sein kann.
00:10:40: Aber was sie so sagt ohne Streich ist natürlich diese Anfeindungen der Studie gegenüber.
00:10:44: Das hat mich echt überrasch dass Leute denken, was ist das denn?
00:10:48: Das ist doch kein Thema und dabei betrifft es einem fünfzig Prozent.
00:10:52: Das weiß halt keiner.
00:10:53: Laut der Studie hat das Thema Enkellosigkeit eine emotionale, soziale und familiäre Bedeutung Und die hat mir Pierre Aran so erklärt.
00:11:03: Wir haben in unserer Studie ganz offen die Teilnehmerinnen gefragt oder auch Teilnehmer gefragt welche Bedeutung Enkelosigkeit für sie persönlich hat.
00:11:13: Und emotional wurden vor allem Gefühle wie Trauer und auch Hoffnung in Täuschungen genannt, weniger oft wurden dann Bedauern oder auch Leid- und Schuldgefühle und bei ganz, ganz wenigen eben auch eine Erleichterung genannt.
00:11:28: Sozial hat es vor allem die Bedeitung des Ausgegrenztseins sich nicht dazugehörig zu fühlen.
00:11:35: also ganz häufig wurden Zitate geben, wie wir können da nicht mitreden.
00:11:42: Wenn sich eben andere im Freundes- oder Familienkreis über ihre Enkel unterhielten und man sich dann eben außenvorstehend fühlte.
00:11:49: Oder was auch genannt wurde ist eine Reaktion wie ach das wird schon noch oder ja wer hält sich schon noch dran?
00:11:57: Und ihr bekommt schon noch Kinder auf gar nicht als hilfreich oder entlastend wahrgenommen wird sondern eher Ja, nochmal die Belastung erhöhen und man sich dann als betroffene Person ohne Enkelkinder nicht ernst genommen fühlt mit den zuvor beschriebenen Emotionen der Traurigkeit, der Enttäuschungen oder auch vielleicht noch der Angst.
00:12:17: Genau!
00:12:17: Familie wurde dann genannt dass eben die Familienlinie endet oder Traditionen abbrechen so familienfest wie Weihnachten plötzlich ganz anders gestaltet werden Auch so die eigene Identifikation, sich seines selbst oder ich als ältere Person da eine Rolle spielt.
00:12:34: Und aber auch ganz oft wurde die Sorge um die eigenen Kinder genannt was denn mit den Kindern wohl wäre und passieren wird wenn diese dann im höheren Alter ist weil dann ja eben keine Kinder da sind, die sich um die Kinder kümmern.
00:12:46: also das war einer wirklich sehr oft genannte Sorge.
00:12:50: Ja diese letzte angesprochene Sorge das hat sicherlich tatsächlich auch bei uns schon eine Rolle gespielt, dass meine Frau auch solche Gedanken hatte.
00:13:02: Aber was bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat ehrlich gesagt ist diese familiäre Seite das ja dieser Aspekt des Ende des Stammbaums.
00:13:15: Daran habe ich bisher überhaupt noch nicht gedacht.
00:13:19: dein Stammbaum ist ja gesichert.
00:13:21: kannst du es trotzdem nachvollziehen?
00:13:23: Ja, das kann ich ein bisschen nachvollziehen.
00:13:25: Weil wir uns natürlich schon fragen was bleibt von mir auf dieser Welt?
00:13:31: und da gibt es Menschen die schreiben Bücher oder irgendwas anderes und bei mir steht die Familie schon sehr weit im Vordergrund.
00:13:40: insofern finde ich das schon schön dass diese Familie dann weiter besteht.
00:13:45: du hast es jetzt technisch auf Stammbaum runtergebrochen.
00:13:48: also für mich ist die Familie weiter bestehen.
00:13:51: Aber es gibt ja auch noch andere Gründe als den Erhalt des Stammbaums, warum sich die Teilnehmer der Studie Enkel wünschen.
00:13:58: Ja tatsächlich unterscheidet sich das aber auch nochmal ein bisschen denn da kommen nochmal so Aspekte auch mit rein wie.
00:14:06: ich habe selber so viel zu geben und würde es gerne auch weitergeben.
00:14:10: oder ich möchte auch dass meine Erfahrungen, die ich auch durch meine Großeltern schon berichtet habe noch mal weiterleben in der nächsten Generation.
00:14:18: und einen Aspekt dem wir so gar nicht erwartet hatten der eine hohe Motivation für eigene Enkelkinder ist, ist auch das Erleben der eigenen Großeltern oder der Eltern mit dem eigenen Kind dann in diesem Fall.
00:14:31: Dass man das als sehr bereichernd erlebt hat und das eben auch noch mal weitergeben möchte.
00:14:36: Ja ein ganz pragmatischer Aspekt, dann auch der zeitliche Aspekt dass wenn man eben im Rente geht noch fit genug ist und sich wünschen würde die Zeit dann eben auch mit Enkelkindern zu verbringen Man dann vielleicht gar nicht mehr so mobil wäre.
00:14:53: Die Sorge hätten wir zwar ja nicht mit unseren Zehntausendschritten am Tag, oder kommst du mit deinen Engeln schon an körperliche und mentale Grenzen?
00:15:02: Mentale Grenze nein!
00:15:04: Körperliche Grenzen also wenn man mal den Fersensitz nimmt Ja ansonsten geht es
00:15:09: noch.
00:15:10: Laut der Studie sind zwei Drittel der Befragten traurig und versuchen damit zu leben, aber ein Drittel hat noch Hoffnung auf Enkel.
00:15:19: Und ich wollte natürlich wissen ob dieses Drittel dann auch mit seinen Kindern über diese Hoffnung spricht?
00:15:25: Die Frage haben wir so direkt gar nicht gestellt, aber wir haben nach der Ursache der Kinderlosigkeit gefragt und da war auffällig das wirklich nur sehr wenige wissen, warum ihr Kind oder ihre Kinder keine Kinder haben.
00:15:39: Was sich ja dann auch darüber darin spiegelt, dass das eben nicht offen über das Thema geredet wird und auch nicht über das eigene befinden.
00:15:47: Also gerade mal sechzehn Teilnehmer... also Sechzehnteilnehmer konnten nur Vermutungen anstellen und vier Teilnehmerinnen konnten äußern, warum Ihr Kind keine Kinder
00:15:58: hat.".
00:15:59: Das ist krass, oder?
00:16:01: Und das zeigt ja eigentlich, dass das Thema doch auch in vielen Familien ein Tabuthel ist.
00:16:07: Was würdest du denn machen?
00:16:08: Würdest darüber sprechen oder nicht?
00:16:11: Also mit dem Ältesten, unserem Sohn kann ich relativ offen mit zwei Kindern über weitere Familienplanung sprechen.
00:16:17: Tun wir auch bei den Töchtern bin ich vorsichtig weil das dann immer eben so schnell gleich Druck aufbauen ist und das will ich auf keinen Fall.
00:16:25: Ich habe natürlich auch Pia Arns gefragt was aus ihrer Sicht besser ist reden oder schweigen und dass es ihre Antwort
00:16:32: also ich bin psychologischer Psychotherapeutin allein schon aus Berufsgründen meinen persönlichen Überzeugungen her reden empfehlen, also einen ganz offenen Umgang damit da auch meine Erfahrungen und das deuten auch die Erkenntnisse der Studie an sind.
00:16:50: Dass die Hoffnung nach wie vor bleibt und ich mir als betroffene Person starke Hoffnungen mache wenn ich nicht weiß was eventuelle Gründe sind oder eventuell sogar auch die Schuld bei mir selber suche, dass mein Kind keine Kinder haben möchte.
00:17:07: Und ich dann quasi auch in so eine Gedankenspirale gerate ja was da alles mögliche Gründe sein könnten.
00:17:15: von daher denke ich das ein offener Umgang sehr hilfreich für einen selber ist aber sogar auch für die Kindgeneration sein kann.
00:17:24: also wir haben auch offen darüber gesprochen.
00:17:27: miteinander hätte man vielleicht noch intensiver machen können, haben es dann aber irgendwann so nicht mehr großartig thematisiert.
00:17:39: Weil es auch an dem Verhältnis zwischen uns und unserem Sohn nichts ändern würde.
00:17:45: Also das ist völlig irrelevant ob er Kind hätte oder nicht für unsere Beziehung.
00:17:50: Aber es gibt ein Thema da glaube ich ja... Da würde mich schwer tun das selbst zu machen.
00:17:58: Vielleicht muss man auch da mal drüber reden, aber es gibt ja Vereine in Deutschland die enkellose Senioren an Familien und Großeltern vermitteln.
00:18:07: Wenn ich mich jetzt dazu entscheide dann erhöhe ich eigentlich indirekt den Druck auf die eigenen Kinder und riskiere zweitens vielleicht sogar ein Familienstreit weil vielleicht sowas wie Eifersuchte aufkommen.
00:18:21: also für mich würde das ist auch irgendwie komisch sein sich komisch anfühlen.
00:18:26: kannst du das nachvollziehen?
00:18:28: Nee, kann ich nicht nachvollziehen.
00:18:29: Also das ist so.
00:18:31: die Kinder haben ihr eigenes Leben und können entscheiden ob sie Kinder haben wollen oder nicht.
00:18:36: Manchmal geht es auch wegen der Biologie nicht Und wir Eltern haben auch eine freie Entscheidung wie wir uns verhalten in einer bestimmten Situation In dieser Situation und zum Beispiel an einem von dieser Vereine wenden und Das muss uns dann auch genehmigt sein.
00:18:54: Pia Hans hat dazu auch ne ganz klare Meinung.
00:18:57: Da, denke ich, ist es eine Frage der Kommunikation und insbesondere der offenen Kommunikations.
00:19:03: Und vor allem wenn Sie das so ansprechen könnte ich mir vorstellen dass die Bedenken von Eltern deren Kinder einen unerfüllten Kinderwunsch haben höher oder stärker sind und da auch die Sorge dass dass die Kinder vielleicht nicht gut aufnehmen würden.
00:19:20: Wir hatten eine Teilnehmerin, bei der genau das der Fall war.
00:19:23: Die aber allerdings auch offen mit ihrem Kind darüber gesprochen hat und dass tatsächlich als sehr hilfreich und fördernd erfunden hat also auch die.
00:19:32: der Sohn in dem fall hat es als sehr Hilfreich empfunden da man ja sonst auch noch die kindgeneration mit so einer schuld zusätzlichen Schuld quasi belastet dass ich keinen Kontakt jetzt mir zu weit um jüngeren generationen oder Kindern suche Und stattdessen aber eigentlich viel besser eine alternative Umgangsform vorleben kann, also auch Lösungsstrategien vorleben können meinem eigenen Kind.
00:19:57: Statt das dann eben auch noch weiter zu belasten mit der Sorge um mich.
00:20:02: Also so habe ich das wirklich noch nicht gesehen dass es vielleicht genau umgekehrt ist zumindest wenn Kinderlosigkeit biologische Ursachen hat.
00:20:09: Dass dann zu dieser Last bei deinen Kindern auch noch das schlechte Gewissen kommt den Eltern keine Enkel schenken zu können.
00:20:17: Was mich auch überrascht hat, ist die Tatsache dass unter den Teilnehmern der Studie nur ein kleiner Teil durch die Enkellosigkeit eine starke Belastung im Alltag empfand.
00:20:28: Da hätte ich mit mehr gerechnet.
00:20:30: Deshalb habe ich nachgefragt was das genau heißt Starkebelastung.
00:20:35: Eine Starkbelastungen haben wir definiert als Beeinträchtigung im alltäglichen Leben und eine ständige unkontrollierbare Beschäftigung mit dem Thema.
00:20:44: Das trifft tatsächlich wirklich nur auf sehr wenige zu.
00:20:48: Die meisten haben eine mittelmäßige Belastung berichtet, wo man belastende Emotionen empfindet wie Trauer oder auch Angst.
00:20:56: Sie sind allerdings nicht im alltäglichen Leben eingeschränkt.
00:20:59: also es ist nicht so dass jetzt ihre, ihre Alltagsgestaltung danach ausbricht und das sie keine Kinder sehen oder keine Freunde mehr treffen die Kinder hätten oder Enkelkinder hinterher.
00:21:09: Aber was mir auch ganz wichtig ist noch in diesem Zusammenhang ist dass die mittelmäßige Belastung zwar am häufigsten auch genannt wurde, aber am zweithäufigsten auch Probanden eine sehr geringe Belastungen bzw.
00:21:23: auch keine Belastungsgenannt haben.
00:21:24: also ich möchte jetzt auch durch meinen Beitrag gar nicht unterstellen das alle Personen ohne Enkelkinder belastet sind?
00:21:33: Ne also das kann ich so auch nicht sagen!
00:21:35: Das ist unseren Alltag belastete.
00:21:37: klar kommt es ab und zu hoch wenn zum Beispiel Letzte Woche bei meinem Geburtstagsbranche ein Freund stolz des Fotos seiner first-geborenen Enkelin zeigt.
00:21:47: Aber großes Ehrenwort, da kam mir jetzt nicht die Tränen oder so.
00:21:50: Ich habe mich für ihn und natürlich für seine Tochter, die ich auch sehr gut gefreut kenne.
00:21:55: Aber wenn das jemanden tatsächlich stark im Alltag belastet?
00:22:00: Das hört sich schon krass an, oder?
00:22:02: Ja aber... Verstehen.
00:22:06: Die Menschen sind verschieden, denen einen belastet den anderen belastets nicht.
00:22:10: aber ich kann das nachvollziehen.
00:22:12: Es gibt übrigens eine europäische Studie die berichtet dass sich kinderlose Eltern und enkelose menschen in Bezug auf depressive Symptome insgesamt nur wenig unterscheiden.
00:22:24: Also es ist tatsächlich offensichtlich so fast eine Ebene was die Auswirkungen auf die Züge betrifft.
00:22:30: Meine letzte Frage an Pierre Ahrens war übrigens, welche Wünsche haben die Befragten denn für den Umgang mit dem Thema in der Gesellschaft geäußert?
00:22:38: Sie hat ja schon mehrfach darauf hingewiesen dass es in der Öffentlichkeit schon so ein bisschen Tabuthema ihrer Meinung nach auch nach wie vor ist.
00:22:46: Zum einen wurde sich mehr Kontakt oder mehr Kontaktmöglichkeiten mit der jüngeren Generation gewünscht.
00:22:54: das ist jetzt nicht nur So ein Städte organisatorisch gemeint, dass es da irgendwie Räume gibt.
00:23:00: Sondern auch tatsächlich im eigenen Familien- oder Freundeskreis.
00:23:04: also das zum Beispiel Freunde die auf den Geburtstag ihres Enkelkindens gehen und auch die Personen ohne Enkel Kind dann mal ansprechen ob die nicht mitkommen möchte.
00:23:15: Oder ein anderes Beispiel war, dass sich Freundinnen mit ihren Enkelkindern treffen.
00:23:20: Aber die Person ohne Enkel Kind eben nicht dazu eingeladen wurde.
00:23:23: und da war der Wunsch, dass man doch mal aktiver auch dann quasi integriert wird in Familienfeste wo auch die junge Generation zusammenkommt.
00:23:34: Ein anderer Aspekt ist auch das Projekte wie Soleilgroß-Elternschaft stärker beworben werden.
00:23:42: Da hat unsere Studie nämlich auch gezeigt die Personen, die daran teilgenommen haben, also darauf deuten nur die Daten hin.
00:23:50: Die Stichprobe ist zu klein und da jetzt wirklich keine Aussage zu machen.
00:23:53: Aber dass sie eine höhere Lebensqualität noch berichtet haben.
00:23:58: Und sich tatsächlich auch viele das gar nicht wussten, dass es Projekte wie Laikros Elternschaft gibt.
00:24:04: Und
00:24:09: dabei habe ich meinen nächsten Interview-Partner gefunden.
00:24:13: Erst mal Stefanie Monry, sie ist seit Jahrzehnte, dreiundzwanzig Projektleiterin des Großelterndienstes in Berlin.
00:24:21: So heißt er, den gibt es seit neunzehnundertneunachtzig.
00:24:25: Träger ist der Berliner Frauenbunden, nineteenhundertviertzig eV Denes.
00:24:31: seit wann gibt es da dran?
00:24:32: Ja, da mussten wir wie bei Günther ja auch vier Möglichkeiten geben.
00:24:35: Ich würde höchstwahrscheinlich nineteenfünfundvierzig wählen.
00:24:38: Richtig!
00:24:39: Ich wollte nur mal schauen ob du mir aufmerksam zuhörst.
00:24:41: Der Großelterndienst hat zwei Standorte in Berlin und vermittelt Menschen zwischen fünfundfünfzig- und siebzig Jahren als Wunschgroßeltern.
00:24:49: ein kindervorrangig allein erziehender Eltern in Wohnort Nähe.
00:24:53: Die werden Wunsch Großeltern und nicht Laio-Mas oder Laio Pass genannt, weil es um einen Ehrenamt geht.
00:25:00: Und nicht um bezahltes Babysitten.
00:25:03: Bei dem Interview war ja auch eine Dame dabei die seit mehreren Jahren im Großeldern Dienst ein Wunschenkel hat.
00:25:13: Sie wollte aber ihren Namen nicht nennen und deswegen nenne ich sie jetzt mal Frau Lange.
00:25:21: Frau Lange habe ich gefragt, warum sie sich eigentlich an den Großeltern-Dienst gewandt hat.
00:25:26: Enkellosigkeit scheint in Deutschland immer noch ein Tabuthema zu sein – das wissen wir ja jetzt mittlerweile –.
00:25:32: Ich hab Stefanie Mondry gefragt wie Sie das denn in Ihrer täglichen Arbeit wahrnimmt.
00:25:38: Tatsächlich
00:25:39: nehme
00:25:39: ich das bei den Wunschgroßeltern sich vor uns melden und selber keine Enkelkinder haben gar nicht so als
00:25:46: Tabuthemal
00:25:47: war sondern eher als etwas, wo über eine gewisse Traurigkeit
00:25:51: herrscht.
00:25:52: Und dann kommt auf das
00:25:53: Argument jetzt bin ich doch noch fit aber meine Kinder haben keine Kinder wollen vielleicht auch selbst keine Kinder haben und ich möchte die Rolle jetzt aber gerne erleben wo es
00:26:03: mir noch gut geht und
00:26:04: ich habe vielleicht ein Freundeskreis.
00:26:07: Freunden freuen wir die schon in dieser Rolle drin sind und Ich möchte das auch gerne erlebe weil ich ja sehr geschönt
00:26:11: ist Interessant oder?
00:26:14: Da spielt das Tabu-Thema überhaupt keine Rolle oder eine kleinere Rolle.
00:26:18: Aber ich finde das klingt plausibel, weil sich dort ja wahrscheinlich nur Menschen hinwenden die offen mit dem Thema umgehen und sich nicht einfach davon unterkriegen lassen wollen.
00:26:29: Ja und darum wollte ich natürlich wissen welche Auswahlkriterien der Großelterndienst hat.
00:26:34: Es muss Zeit
00:26:34: vorhanden sein?
00:26:36: Also
00:26:36: wir sagen ja so einmal in der Woche modellhaft in die Familien reingehen und für die Kinder da sein zwei bis vier Stunden vielleicht am Tag, maximal zwanzig Stunden im Monat.
00:26:47: Es sollte natürlich eine gewisse Fitness noch vorhanden sein
00:26:51: körperlich und auch geistig.
00:26:54: Aber das Wichtigste ist wirklich
00:26:56: Freude
00:26:56: an Kindern zu haben Begeisterungsfähigkeit für Kinder mit
00:27:00: Kindern.
00:27:01: Frau Lange Warum haben Sie sich an den Großötern Dienst geworden?
00:27:06: Ich habe nach einem Ehrenamt
00:27:08: oder sowieso
00:27:09: so
00:27:09: und dann war es eben genauso.
00:27:14: Ich hatte viel vorher zu tun, ich sag mal mit älteren
00:27:17: Leuten und Pankern.
00:27:20: Und in meinem Leben fehlte
00:27:21: sozusagen diese Altersgruppe.
00:27:26: Sie scheint ja da eher pragmatisch ranzugehen.
00:27:29: Mir fehlten diese Altsgruppe also suche ich mir die?
00:27:32: Gibt es beim Großelterndienst eine Altersbeschränkung?
00:27:35: Ja gibt's, von fünfundfünfzig bis siebzig Jahre Und Stefanie Mondry hat mir auch gesagt, warum es diese Altersbeschränkungen gibt.
00:27:45: Das liegt daran weil wir gerne diesen Generationen Abstand wahren möchten.
00:27:49: wenn Wunschgruseltern
00:27:51: zu
00:27:51: jung sind also unterhalb von fünfundfünfzig und die werdenden Mütter sind heutzutage eher älter dann hat man eher so ein Tankenverhältnis und nicht unbedingt wirklich jemand aus der ältering Generation.
00:28:05: ja die Mütte werden einfach immer älters muss man schon sehen.
00:28:08: Und nach oben ist es so, wie unser Engagement
00:28:13: hat ja
00:28:13: das Alleinstandsmeld
00:28:14: mal dass man sehr lange in Familie geht.
00:28:16: Wenn die Stimme stimmt und es wirklich gut passt.
00:28:20: Wenn ich jetzt ein Kind abgeburt zum Beispiel lange begleiten möchte was viele gemacht haben bei unserem Ehrenamt.
00:28:27: Und ich mit siebzig erst anfange dann komme schnell das Alter achtzig.
00:28:32: Das Kind ist
00:28:32: da zehn
00:28:34: für nun achtzig und dann geht es oft los dass man es nicht mehr schafft.
00:28:38: Und deswegen sagen wir, wenn man das wirklich komplett ausnutzen möchte die Kinder gut zu begleiten, so betreuen was davon zu haben sollte man nicht älter als siebzig sein.
00:28:47: Aber wir sind da jetzt auch nicht knallhart, wenn sich bei uns Menschen melden, die auf seventy-zweiundseitig sind es gibt immer Vorgespräche wo wir das auch ein bisschen
00:28:58: abtasten ist kommt
00:29:00: ob dass ich immer noch das biologische Alter an sondern wie
00:29:05: fit bin ich tatsächlich?
00:29:06: Ja Das ist immer wieder bei unserem Thema, dass wir uns beide eigentlich fit genug als Großpapar empfinden würden.
00:29:17: Und du kannst mir jetzt ja mal ehrlich sagen, gibt es schon Disziplin in denen dich deine Enkel schlagen?
00:29:25: Ja also den fersen Sitz habe ich schon gestanden.
00:29:27: Das der bei mir aufgrund meines rechten Knies etwas schwerfällt Also im Tom sind die beiden schon wirklich überlegen.
00:29:35: das kann ich nicht anders sagen.
00:29:36: Okay Verwandtschaft kann man sich ja nicht aussuchen aber Wunschenkel offensichtlich schon.
00:29:42: Ich wollte wissen wie das dann so abläuft.
00:29:45: Da liegen ja sicher keine Kataloge mit Enkeln
00:29:47: rum.".
00:30:00: wo man sich erst mal austauscht, wie jeweils die Vorstellung zu dieser Rolle Wunschrußeltern ist und ob das auch formal von den Bedarfen.
00:30:08: Wann brauche ich jemand?
00:30:09: Wann habe ich Zeitkarazitäten?
00:30:11: Wenn man es erstmal abgleicht und dem Bauch mitreden lässt fühlt sich das stimmig an.
00:30:17: Und wenn es nach diesem Termin für beide Parteien sich erst
00:30:20: einmal stimmlich anfühlt
00:30:21: dann gibt's eine sechswöchige Kennlernzeit.
00:30:24: Da merkt man im Alltag, im Umgang mit den Kindern, ob es wirklich stimmlig ist.
00:30:28: Und wir sagen sobald man merkt, dass es nicht hundertprozentig richtig stimmt.
00:30:32: Dann sollte man darauf auch rausgehen und wir vermitteln dann jeweils neu.
00:30:36: Wir suchen solange bis der
00:30:39: Denken zu dem Zopf
00:30:39: passt.".
00:30:40: Ich weiß dich würde das ja nicht betreffen weil du Engel hast aber weil wir uns ja dagegen entschieden haben sowas zu tun frage ich dich jetzt mal wenn du keine Engel hättest würdet ihr sowas ernsthaft in Erwägung ziehen euch Wunschenkel zu suchen?
00:31:01: Bisschen schwierig, sich da reinzudenken.
00:31:03: Aber die kurze und damit eindeutige Antwort lautet für mich... Ich habe mit meiner Frau darüber nicht gesprochen.
00:31:10: Ja!
00:31:12: Okay, warum?
00:31:15: Den Kontakt zu dieser ganz jungen Generation aufrecht zu erhalten und die Erlebnisse mit dieser Generation zuteilen.
00:31:24: Es kommt bei mir hinzu dass ich aufgrund meines Arbeitslebens, das hört mega von vielen Männern hauptsächlich ein bisschen wenig Zeit für unsere Kinder hatte.
00:31:34: Sie sagen das zwar nicht so, aber ich empfinde das manchmal und deswegen bin ich umso glücklicher dass ich jetzt Enkelkinder habe wo man denn die Tage die wir in Kiel sind ganz und gar mit ihnen verbringt und das jetzt auch.
00:31:49: aus meiner jetzigen Sicht würde ich ungern missen und würde mich dann vielleicht darum bemüht
00:31:55: ja okay Aber unabhängig davon, das klingt ja wirklich nach einem vernünftigen Auswahlprozess.
00:32:00: Ja
00:32:02: aber bei so'n Kennlern-Gespräch kann ich mir vorstellen sind doch alle Seiten sicher wahnsinnig aufgeregt oder?
00:32:09: Ja genau, Stephanie Mondry hat mir das tatsächlich so erzählt.
00:32:12: dass ist für viele wie ein Bewerbungsgespräch wo dann längst vergessene Versagensendste wieder hochkommen und darum habe auch Frau Lange gefragt, ob sie sich noch an die erste Begegnung mit ihrem Wunschenkel erinnern
00:32:47: kann.
00:32:52: Wenn der
00:32:53: so klein ist,
00:32:54: da können sie ja mit dem Kind noch nicht viel machen.
00:32:56: Da hat sich das eher zwischen uns Erwachsenen abgespielt und es war einfach sehr stimmig.
00:33:02: Wir haben uns unterhalten unsere Lebenssituation erklärt, jeder was er sich so vorstellt und sich wünscht usw.
00:33:10: Und das hat
00:33:11: gut gepasst!
00:33:13: Daran sieht man auch, dass es beim Großelterndienst nicht nur um die Suche nach einem Enkel geht.
00:33:17: Sondern das eben vor allem auch die Chemie zu den Eltern stimmen muss und die Wunsch Großeldern dann eigentlich nicht nur ein Enkelkind sondern auch eine weitere Tochter oder einen weiteren Sohn eigentlich bekommen.
00:33:29: Das macht die Kommunikation mit den leiblichen Kindern sicher auch nicht leichter.
00:33:33: Was meinst du?
00:33:35: Ja das kann ich mir vorstellen aber wir hatten das Thema ja eben schon Kommunikationses alles.
00:33:40: auch darüber muss man damit leiblichen Kindern reden.
00:33:43: Ja, und was ich in den Gesprächen auch bemerkt habe ist das es tatsächlich beim Großelterndienst eben so ist dass diese engen Verbindungen die dann entstehen zwischen dem Wunsch Großeldern und den Wunschenkeln auch die Mütter und Väter der Wunschenke mit einbeziehen.
00:34:03: Also sie hat mir berichtet von Familienfeiern, wo auch die leiblichen Kinder selber noch mit dabei sind.
00:34:10: also das ist wirklich ein großer und toller auch sozialer Aspekt.
00:34:15: Der Großelterndienst Vermitteltwunsch Großeldern hauptsächlich an Alleinerziehende Und ich wollte von Stefanie Montri wissen warum das so ist.
00:34:24: Das war damals die ursprüngliche Konzeptidee als Soziales Projekt um wirklich die Alleinerziehungen zu entlasten, damit sie auch
00:34:34: beruflich wieder Fuß
00:34:35: fassen können.
00:34:37: Wir durften dann aber nach beraumer Zeit das Fester ein bisschen öffnen und auch an Familienvermitteln wenn die kein Unterstützungsnetzwerk keine Großeltern
00:34:48: vor Ort
00:34:48: haben Und Berlin ist nun mal Hauptstadt der Alleinerziehenden und der Zugezogenen.
00:34:54: oft
00:35:02: Auf der Webseite von Großelterndienst steht übrigens als Logen, Enkel dich fit.
00:35:08: Ein super Slogan!
00:35:09: Ich interpretiere das mal so.
00:35:11: Enkeltun nicht nur der Seele sondern auch dem Körper gut weil sie die Großeldern auf Trab halten.
00:35:16: Das hat mir auch Frau Mondree bestätigt.
00:35:19: Ja tatsächlich ist es so... Wir kriegen von unseren Wunschkursämtern zurückgespiegelt, dass sie bei ihren Wunschenkelkindern sind.
00:35:28: Dann können Sie plötzlich wieder auf die Knie gehen und auf
00:35:30: den Boden mit Bausteinen beschäftigt usw.
00:35:35: Alle kleinen
00:35:35: Dewählchen, die man so hat im Alter, sind dann verschwunden für den Moment.
00:35:41: Das ist die eine Komponentin und das andere ist tatsächlich ... Man hat wöchentlich seine Zermine.
00:35:46: Man geht irgendwo hin.
00:35:47: Man hat eine Aufgabe.
00:35:48: Man mobilisiert sich
00:35:50: Man kommt auch
00:35:51: in so eine Anspannung rein und ist einfach
00:35:54: aktiv.
00:35:55: Wir hatten ja vorher das Thema, wir reagieren die leiblichen Kinder wenn die Eltern sich nach Enkeln umschauen.
00:36:01: Hast du eigentlich auch gefragt wie da die Erfahrungen beim Großelterndienst sind?
00:36:06: Ja habe ich.
00:36:07: hier kommt die Antwort
00:36:09: sehr unterschiedlich.
00:36:11: viele unterstützen das
00:36:13: meint ihr haben sogar
00:36:15: ihre Eltern zu uns gebracht, haben den Anstoß gegeben.
00:36:19: Mensch Mama da gibt es doch das Ehrenamt Wunschenkel Kinder.
00:36:23: Versucht das doch mal und fühlen sich dann selber entspannt wenn die Mutter mit Wunschenkel Kindern versorgt ist
00:36:29: und unter Druck
00:36:30: in der Familie rausgenommen
00:36:31: wird
00:36:32: dass die Tochter Kinder kriegen
00:36:35: soll sag ich jetzt mal
00:36:36: so.".
00:36:36: Das finde ich super oder?
00:36:38: Ja.
00:36:38: Dass die Kinder tatsächlich mit diesem Thema umgehen, dass sie auch im Bewusstsein, dass Sie selbst keine Kinder bekommen können vielleicht.
00:36:47: Den eigenen Eltern diese Chance einräumen wollen und sie dazu bewusst auch noch dahin begleiten.
00:36:55: Wie gesagt Kommunikation ist alles.
00:36:57: man muss darüber reden Und dann kommen auch solche guten Ergebnisse dabei raus.
00:37:01: Ich wollte natürlich auch von Frau Lange wissen wie das bei ihr war.
00:37:05: Sie haben zwei leibliche Kinder.
00:37:07: Haben Sie mit denen davor darüber gesprochen?
00:37:11: Überhaupt
00:37:11: nicht.
00:37:12: Mir ist
00:37:13: auch gar nichts, das gar nicht in den Sinn gekommen.
00:37:17: Aber
00:37:17: die haben auch nie
00:37:18: irgendwie ... Ich hab das natürlich hinterher dann erzählt.
00:37:21: Wie haben Sie reagiert?
00:37:24: Total hoffe ich was nicht weiß ich.
00:37:25: also wir sehen uns heute zusammen wenn es sich ergibt oder
00:37:30: so und ich
00:37:31: bin immer ganz gerührt Wenn ich die dann auch so miteinander umgehen sehe.
00:37:36: aber das war überhaupt kein Thema dass ich die vorherige fragt hätte oder dass sie sich in einer Form Dadurch, wie soll ich sagen beeinträchtigt führen.
00:37:47: oder sind da keine anderen beiden Enkelkinder
00:37:50: da?
00:37:51: Ja das bestätige ich dessen was auch generell öfter passiert wird dass die eigenen Kinderlauch dabei sind bei solchen Treffen und dann die Familien treffen einfach.
00:38:03: bisschen größer sind als vorher.
00:38:05: Aber manchmal passiert auch was mit dem keiner der Beteiligten gerechnet hat, weder die Munchoma noch das eigene kinderlose Kind und das klingt in diesem Zusammenhang wirklich total
00:38:14: verrückt.".
00:38:15: Ja tatsächlich haben wir Fälle gehabt wo Wunschgroßeltern zu uns kamen und eben traurig waren dass ihre Kinder keine Absicht haben, Enkelkinder zu produzieren.
00:38:25: und dann waren sie im Ehrenamt und plötzlich schwuppte die frohe Nachricht meine Kinder sind schwanger, also dann gab es die eigenen Enkelkinder auch noch dazu.
00:38:37: Und da gab's aber hoffentlich keine Konflikte mit den Leiblichen und mit denen Wunschenkeln?
00:38:41: Nein!
00:38:42: Also tatsächlich gibt es oft den Fall... Gesamtfamilie dann gesehen wird.
00:38:47: Man geht gegenseitig zu den Geburtstagen, man fühlt sich wirklich als Bestandteil.
00:38:52: Es gibt natürlich auch die Fälle wo dann Wunsch Großeltern gesagt haben ich pausier jetzt mal weil in meiner eigenen Familie jetzt so was Großartiges passiert.
00:39:01: das ist natürlich alles möglich.
00:39:02: aber man sieht wie magisch dieses Ehrenamt ist und in die Familien wieder zurück wirkt.
00:39:08: Schwupp die Wo!
00:39:09: Das sind nicht gut.
00:39:10: Hast noch andere Wunderauflager?
00:39:12: Ja, wenn du denkst das ist das einzige war beim großen Elterndienst dann hör dir mal diese Geschichte an von Stefanie Mondry.
00:39:20: Meistens sind es ja die
00:39:21: Frauen die zu uns kommen und das Ehrenamt machen wollen, die vielleicht
00:39:24: auch noch ein ehemann im Hintergrund haben der denkt ja mach du Mann ich will aber da nichts mehr zu tun haben.
00:39:31: Und dann plötzlich, ich glaube das so wunderbar mit den Kindern, mit dem Wunschenkelkindern.
00:39:35: Das plötzlich der Ehemann,
00:39:36: der Vater total
00:39:38: auflebt völlig wieder verjüngt
00:39:41: und die Ehefrau denkt
00:39:42: wow was
00:39:43: ist denn jetzt hier passiert?
00:39:44: Also
00:39:44: es hat in allen Bereichen systemisch Wirkungen und das finde ich einfach wunderbar.
00:39:50: Die Familien werden entlastet um die Wunscht.
00:39:53: Großeltern können sich zum Teil an ihre eigene Kindheit noch mehr erinnern also ein emotionales wieder hoch kommen dessen, was mal war und aktivieren sich dadurch ja auch.
00:40:05: Das weiß man mittlerweile auch, dass deswegen Großelternschaft sehr bedeutsam
00:40:12: ist für die Gesundheit.
00:40:14: Ja wir haben zwar vorhin erfahren das Wunsch Omaß und Wunsch Opaß ehrenamtlich tätig sind aber auch Wunsche Enkel kosten Geld Kannst du als echter Oper sicher nachvollziehen, oder?
00:40:26: Ich habe ja schon drüber gesprochen.
00:40:28: Der finanzielle Aspekt spielt bei uns nicht so eine große Rolle weil wir da auch nicht so gefordert sind.
00:40:34: der emotionale Aspekt und die emotionalen Anforderungen, die sind viel höher und auch viel schöner.
00:40:40: Aber
00:40:42: klar mit Geld meine ich jetzt nicht hunderte Euros zum Geburtstag sondern ganz ohne... Ohne Kosten ist das ja nicht, wenn man was macht.
00:40:52: Du hast die Fahrtkosten, du willst natürlich auch mit dem Kind mal Eis essen gehen und so was alles.
00:40:56: Und damit die Ehrenamtler das nicht aus eigener Tasche zahlen müssen gibt es beim Großelterndienst etwas.
00:41:02: Geld kann man aber wirklich nicht mit einer Bezahlung fürs Babysitten vergleichen.
00:41:08: Auch darüber hat Frau Mondri mir was erzählt.
00:41:11: Also wir als Projekt bezahlen keine
00:41:15: Aufwandsentschädigungen,
00:41:16: aber wir
00:41:17: haben schon
00:41:18: ein Modell das die Familien an die Wunschgruselte zumindest in der Anfangszeit eine kleine Aufwlandsentschätigung zahlen.
00:41:26: Wir sind im Moment sagen wir standardmäßig vier Euro in der Stunde, wir fragen aber die Eltern ob sie das leisten können.
00:41:34: es gibt auch Familien die das eben nicht können.
00:41:37: ist es weniger?
00:41:39: Zu diesem Thema habe ich auch Frau Lange nach ihren Erfahrungen gefragt.
00:41:45: Aber ich finde das sehr angemessen.
00:41:54: Und man fängt dir dann
00:41:58: auch
00:41:59: an
00:42:00: mit
00:42:00: den Schenken zum Geburtstag und irgendwie, also
00:42:08: ich find es
00:42:18: sehr
00:42:18: moderat.
00:42:20: Das Schöne am Großelterndienst ist ja dass es dabei eben nicht nur darum geht ab und zu die Wunschengel zu betreuen sondern dass diese Beziehung über viele Jahre hält.
00:42:30: Frau Lange hat ihren Wunschenkel jetzt schon sechs Jahre.
00:42:35: Damit ist sie noch längst nicht Spitzenreiterin, hat mir Stefanie Mondry erzählt.
00:42:40: Also
00:42:40: wir haben Beziehungen die
00:42:42: seit Anbeginn bestehen.
00:42:45: Seit der Geburt?
00:42:46: Ja, seit Beginn.
00:42:49: es gibt schon Wunsch-Uhr Enkelkinder also wo die Wunschenkel Kinder ihre Wunschomas auch mit ihren eigenen Kindern wiederum in Verbindung bringen, also wo der Kontakt noch da ist.
00:43:02: Es gibt natürlich auch Beziehungen, die vielleicht nur vier Jahre laufen.
00:43:05: Manchmal ziehen Familien ja
00:43:06: auch weg.
00:43:07: dann
00:43:07: löst sich das natürlich auf weil wir sind hier an Wohnortnähe gebunden.
00:43:11: Wenn man einen Durchschnitt nimmt sind wir so bei neun Jahren.
00:43:16: Das ist doch toll oder?
00:43:17: Nütze ich da nicht toll dann?
00:43:18: Ja Und weißt du, wie groß die Warteliste an Eltern ist?
00:43:23: Die gerne eine Wunschoma oder einen Wunschtoper hat.
00:43:26: Keine
00:43:26: Ahnung!
00:43:26: Aktuell genau sixhundertdreienvierzig.
00:43:29: Also dann ist doch die erste Frage an dich.
00:43:31: Würdest Du Dich melden als Wunschoper?
00:43:33: Nee nach wie vor nicht.
00:43:35: aber ich schlage vor wir machen ein Aufruf.
00:43:37: Das ist ja besser als jedes Fazit
00:43:39: los.
00:43:40: also
00:43:40: alle da draußen die aus welchem Grund auch immer keine Enkel haben Aber wollen und in Berlin wohnen meldet euch beim Großeltern Dienst.
00:43:49: Kontakt stellen wir in die Schonennots.
00:43:51: Und wenn ihr nicht im Berlin wohnt, laut einem aktuellen ZDF-Überblick gibt es rund hundert Vermittlungsprojekte in Deutschland auch bei den Maltesern und der Caritas.
00:44:01: Schaut ob es in eurer Nähe was Ähnliches gibt oder auch in Nachbarschaftsvereinen.
00:44:06: denn ja man kann auch glücklich sein ohne Enkel so wie ich aber wenn man Wunschenkel möchte und bekommt ist das Glück wohl noch größer.
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